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Ich fühle mich überfordert!

Kennen Sie diesen Satz? Ich höre ihn in letzter Zeit öfter. Frage ich dann gezielter nach, was die Auslöser dafür sind, fallen häufig wenig konkrete Aussagen.
„Ich kann es nicht genau sagen, ich weiß es ja selbst nicht. Aber ich fühle mich so müde und komme mir vor wie im Hamsterrad.“
Mich erinnert das Hamsterrad immer an ein Laufband im Fitness-Studio. Ich laufe und komme nicht voran. Nach 20 Minuten stehe ich an der gleichen Stelle mit dem gleichen Ausblick. Wieso nicht gleich draußen laufen (habe ich eh nie verstanden…siehe Hamster..in welchem Rad läuft der denn eigentlich in freier Wildbahn?).

Ich frage dann meistens weiter nach, wie sich die Überforderung äußert. Klassische Indikatoren sind Unkonzentriertheit („du hörst mir nicht zu!“), Müdigkeit, Vergesslichkeit und Antriebslosigkeit.
Nun wäre das schwächere Sonnenlicht im Winter eine Erklärung. Ich selbst weiß seit einigen Jahren, dass ich zu wenig Vitamin D im Körper speichere und daher ab Oktober nachhelfen darf.

Aber ist das eine Ursache? Es ist eher auch die allgemeine Überflutung unseres Gehirns mit Reizen. Gingen wir früher einmal am Tag zum Briefkasten, um die Post zu holen, prasseln heute im Minutentakt über verschiedenste Kanäle Nachrichten und Informationen auf uns ein.
Allein das Aufleuchten einer Nachricht im Display des Mobiltelefons senkt die Konzentrationsrate erheblich.
Wenn ich gefragt werde, ob ich eine Idee gegen diese Überforderung habe, antworte ich fast immer, dass ich hierfür mehr individuelle Informationen über die Person für eine Einschätzung benötige. Denn ein Allheilmittel gibt es nicht. Die Dosis „Medikamente“ sollte auf die jeweilige Situation abgestimmt werden.

Mein Tipp ist, nehmen Sie sich einmal in der Woche Zeit und erleben Sie etwas Gewohntes neu. Stellen Sie sich beispielsweise morgens vor, Sie trinken das erste Mal eine Tasse Kaffee in Ihrem Leben. Wie sieht er aus, wie duftet er und wie schmeckt der erste Schluck? Nehmen Sie es wahr und genießen Sie! Es reichen 1 – 2 Minuten und Sie werden merken, wie sich eine neue Perspektive öffnet und Ihr Gehirn dabei entspannt.

Ich habe das unter anderem mit dem Zähneputzen erlebt. Ich habe mich selbst dabei beobachtet und vorgestellt, ich putze mir das erste Mal selbst die Zähne. Anstatt in Gedanken schon den Tag zu planen, habe ich gesehen, wie unsinnig ich mit der elektrischen Zahnbürste putze. Ich habe geschrubbt, als habe ich noch nie eine elektrische Zahnbürste genutzt. Dabei macht die alles von selbst, ich brauche nur die Zahnreihen entlang zu fahren. Und mein Gehirn hat sich auf eine Tätigkeit konzentriert, anstatt sich gleich Gedanken über 10 verschiedene Dinge zu machen.

Probieren Sie das gerne einmal selbst aus. Viel Erfolg und bleiben Sie gesund!

Ihr

Alexander Limbrock

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